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Die Geschichte des Immenhuses lässt sich bis ins vergangene Jahrhundert zurückverfolgen:
Im Zuge der Bodenreform 1946 erwerben Hedwig und Cuno Gundlach, die Eltern der heutigen Eigentümer Heide und Klaus Naß, ein Grundstück auf dem alten Lehmberg, das "sowieso keiner haben wollte". Dort fanden sie und ihre Kinder ein neues Zuhause. 1947 ziehen dann die Urgroßeltern Hamann aus Jörnstorf auf den Kammerhof und bringen eine Kuh, ein Schwein und viele Bienen mit. Ein Bienenhaus muss also her!
Mit Pieckhacke und Spaten planieren deshalb die Opas den Berg in mühevoller Handarbeit ein. Die ortsansässige Firma Elbrecht plant im Sommer nach den Angaben der Beiden das Immenhus, das zunächst ein Holz-, später ein Rohrdach erhalten soll. Im Winter wird dazu das Rohr in der Conventer Niederung (bei Heiligendamm) selbst geschnitten und sorgfältig gebündelt. Lipowski, ein Nachbar, bringt es von dort mit dem Pferdefuhrwerk nach Bad Doberan. Im Anschluss daran bewerkstelligen zwei erfahrene Dachdecker, Schreifer und Rall, die Dacharbeiten. Die letzten Arbeiten werden bald beendet; das Immenhus ist also nach 5-monatiger Bauzeit fertiggestellt.
An das Bienenhaus wird 1955 eine Rosenlaube aus Holz angebaut. Zu Pfingsten trifft sich dort die ganze Familie zum Kaffeetrinken an der frischen Luft. Oma Hamann bäckt dazu jedes Jahr frische Windbeutel mit viel Sahne.
1951 besteht Cuno Gundlach die Imkermeisterprüfung in Oranienburg. Seine Imkerei auf dem Kammerhof dient fortan als Lehrbienenstand für Klassen der ortsansässigen Schule sowie für Schüler der Landwirtschaftsschule.
Bei der Imkerei hilft die ganze Familie so gut sie kann mit: Beim Schleudern des Honigs und beim Abfüllen in Gläser ist nämlich jede fleißige Hand nützlich. Und um die Bienen überwintern zu können, werden viele Zentner Zucker benötigt, die es zu transportieren und lagern gilt.
Im Frühling locken die ersten Sonnenstrahlen die Bienen nach draußen aus ihrem Winterquartier im Flügel (die derzeitigen Schlafzimmer) des Bienenhauses. Jetzt können sie ihre Arbeit beginnen: Zunächst saugt die Sammelbiene mit ihrem mehr als einen halben Zentimeter langen Rüssel den Nektar aus den Blüten. Oder sie nimmt - je nach Vorkommen - Honigtautropfen (eine zuckerhaltige Flüssigkeit, die hauchdünn Blätter oder Tannennadeln überzieht) auf. Danach werden Nektar bzw. Honigtau in der Honigblase gespeichert. Dann kehrt die Biene zum Bienenstock zurück. Schon auf dem Weg dahin beginnt die Umwandlung das Saftes: Durch Zugabe körpereigener Säfte bildet sich aus dem Rohrzucker des Nektars und Honigtaus in mehrere Zwischenschritten Trauben- und Fruchtzucker. In den Waben des Bienenstocks liefert die Biene den Saft ab und die zuständigen Stockbienen übernehmen die weitere Verarbeitung: Dazu gehört das Eindicken des Saftes durch das Entziehen von Wasser. Das geschieht u. a. durch die Wärme im Bienenstock und durch heftiges Flügelschlagen der Stockbienen. So fächeln sie Luft in die Waben. Wenn die Biene ihre Wabenzellen mit einer dünnen Wachsschicht luftdicht verdeckelt, erkennt der Imker, dass der Honig reif ist. Er wird nun in einer Zentrifuge ohne Wärmezufuhr - also durch sogenanntes Kaltschleudern - aus den Waben gewonnen. So bleiben die vielen gesunden Nähr- und Aromastoffe im Honig erhalten. Anschließend wird der Honig in Gläser abgefüllt. Der Sommer bringt dementsprechend noch viel weitere Arbeit mit sich: Die alten Kästen müssen nachgesehen, neue Rähmchen gebaut, Waben angefertigt, neue Mittelwände aus Wachspressen in die Kästen eingesetzt und dann verlötet werden. Außerdem sind geflohene Schwärme wieder einzufangen.
Da die Opas wegen des Alters und ihres Gesundheitszustandes nicht mehr so sehr zu belasten sind, wird der Bienenbestand 1970 von einstmals 70-80 Völkern auf nun mehr 30 reduziert. 1971 errichtet Klaus einen weiteren Anbau und die Holzrosenlaube wird nun endgültig mit einbezogen. Auf diese Weise entsteht ein neuer Familien- und Feierraum. (Das heutige Wohnzimmer). Mit der Wende wird die Imkerei aus zeitlichen Gründen aufgegeben.
Die Idee zum Umbau kam uns 2002 und mit der Arbeit wurde im Herbst 2002 begonnen. Die ersten Gäste konnten wir schließlich im Sommer 2003 begrüßen.
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